Kritik Süddeutsche Zeitung - Alltag
Eine Kreuzung in Berlin-Kreuzberg. Die Stimme aus dem Off nennt sie SO36. Das klingt streng vertraulich. Zugang nur für Mitglieder. Und so beginnt "Alltag", ein ganz besonderer Film, sollte man meinen, denn tatsächlich berichtete die New York Times, dass der Regisseur Neco Celik sich mit "Alltag" einen Ruf "als der Spike Lee seines Milieus und seiner Zeit" gemacht habe. Das sind mal Aussichten für einen jungen deutschen Filmemacher. Tief beeindruckt war die New York Times von der Biografie des jungen deutschen Filmemachers: Neco Celik, Sohn türkischer Einwanderer, wuchs auf an der Kreuzung, die für 24 Stunden die Alltagskulisse seiner Helden ist. Er war in einer Gang, die sich die "Thirty Sixers" nannte: Parties, Drogen, die Polizei, das ganze Programm Kreuzberg, wie man es sich eben vorstellt. Vier Jahre kämpfte Celik um sein "Alltags"-Projekt. Heute wird es mach den Tagesthemen bei der ARD zu sehen sein, weil der Bayerische Rundfunk sich dafür einsetzte.